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Lebensqualität lässt sich im Materiellen steigern, aber Lebendigkeit, in der unser Glück wohnt, kennt keine Steigerung. Mehr leben als gerade ist, geht nicht.

Jedoch kann das Empfinden von Lebendigkeit gemindert werden. Unser pausenloses Denken leistet dies. Es entfernt uns von Leben. Da beginnen unser Unglück und unsere Sehnsucht, denn im Denken empfinden wir Mangel.

Aus dieser Empfindung wachsen Vorstellungen über eine bessere oder auch schlechtere Zukunft, die uns von der gegenwärtigen Lebendigkeit weiter entfremden und den Mangel verstärken. Es gibt kein Glück in der Zukunft. Leben kann nicht aufgeschoben werden. Lebendigkeit ist immer und sie ist jetzt oder gar nicht.

Im Denken wirst du nie Glück finden – im Gegenteil.

Die Quelle ursprünglichen Glücks ist ganz nah und sehr einfach beschaffen. Sie kann durch nichts erworben werden. Sie ist der Körper. Froh stimmt dich, wenn der Körper leben kann – im Gehen an der frischen Luft, in Stille und in der Natur; am besten barfuss, so dass die – hoch empfindungsfähigen – Fusssohlen Erde und Gras berühren können. Ebenso erfährst du Glück bei Gartenarbeiten, im Atem- und Kältetraining ... So einfache Dinge wie Auf-Atmen, Bewegung, Berühren der Erde sind alles, was wir benötigen, nichts außerordentliches, nichts lautes, nein, wahres Glück liegt in einer stillen Freude.

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wie geht es dir?
das hatte er gefragt
 
wie geht es einem der verschwindet
vor alle geschichten - vor alle worte?

schwer zu beschreiben
stille und frieden vielleicht
ein frieden grenzenlos
und jenseits aller bedingungen
das ständige wollen verliert sich
und damit die welt
mit ihren angeboten und dingen
ihrem drängen und tun
ihren kommentaren und konzepten

der eremit
mitten in der stadt
findet lebendigkeit
nicht in ihrem ruhelosen treiben

sie ist in ihm
mehr: sie ist ihn
ohne jedes zweite
erfüllt in jedem augenblick

hatte 'er' gefragt?
vor allen worten gibt es keinen anderen
gibt es nur DAS, was nicht beschreibbar

also hatte ich mich selbst gefragt
 
aussichtslos: es gibt sowenig eine antwort
wie auf das summen einer fliege

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menschen möchten reden, ihre geschichten erzählen, eine meinung darstellen, argumentieren, handeln, kämpfen - häufig, auch für frieden ... aber das ist keine frieden, eher schon unruhe und aufregung.
heute auf einem weg entlang der töss gingen die füsse sacht über laub. der fluss glitzerte, rauschte leise. licht tanzte in den bäumen. einige trugen schon die farben des herbsts. ein letzter sommervogel schaukelte vor mir her, tiefrotes flackern in der luft. laue sonne wärmte die haut. denken verstummte für stunden. in dieser stille lag unendlicher frieden - ein frieden, der weder kommt noch geht, der durch nichts gestört werden kann, der nicht erreicht werden kann, weil er schon immer da war.